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Paludikultur in Niedersachsen: neue Chancen für Landwirtschaft und Spezialtechnik

Niedersachsen gehört zu den wichtigsten Moorregionen Deutschlands. Große Teile der landwirtschaftlichen Flächen liegen auf Moor- und organischen Böden. In den kommenden Jahren wird sich dort viel verändern. Durch Wiedervernässung steigt auf immer mehr Flächen der Wasserstand, gleichzeitig werden neue Formen der Landwirtschaft gesucht, die auch unter nassen Bedingungen funktionieren.

Paludikultur spielt dabei eine wichtige Rolle. Wenn Böden nasser werden, verändern sich jedoch auch die Anforderungen an die Technik für Pflege, Ernte und Transport.

Für Wellink Equipment ist Niedersachsen deshalb eine besonders interessante Region. Spezial-Raupentechnik, geringer Bodendruck und Maschinen für schwer befahrbares Gelände können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, diese neue Form der Flächennutzung praktisch umsetzbar zu machen.

Niedersachsen setzt stark auf Moorschutz und nasse Landwirtschaft

Die Entwicklungen in Niedersachsen gehen inzwischen deutlich über einzelne kleine Pilotprojekte hinaus.

Im September 2026 wurden drei Regionen in Niedersachsen als deutsche Leuchtturmregionen für eine klimaangepasste Entwicklung von Moorgebieten ausgewählt:

  • Landkreis Cuxhaven;
  • Landkreis Wesermarsch;
  • Gnarrenburg im Landkreis Rotenburg (Wümme).

Für diese drei Regionen sind gemeinsam rund 466 Millionen Euro an Bundesmitteln vorgesehen. Niedersachsen hat darüber hinaus zusätzliche Mittel für die einzelnen Regionen zugesagt.

Die Investitionen dienen nicht nur der Wiedervernässung von Moorböden. Auch neue Formen der Landwirtschaft, Verarbeitung und wirtschaftlichen Nutzung von Produkten aus nassen Gebieten sind Teil dieser Entwicklung.

Dadurch wird die technische Umsetzung immer wichtiger.

Von trockener Landwirtschaft zu Bewirtschaftung auf nassem Boden

Viele Moorböden wurden in der Vergangenheit entwässert, um landwirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen.

Wenn der Wasserstand wieder angehoben wird, verändert sich die Tragfähigkeit des Bodens. Maschinen, die unter trockenen Bedingungen problemlos eingesetzt werden können, verursachen auf nassem Moorboden schneller Fahrspuren oder bleiben stecken.

Gleichzeitig müssen Arbeiten wie Mahd, Ernte, Pflege und Transport weiterhin möglich bleiben.

Daraus entsteht eine zentrale technische Frage:

Wie können landwirtschaftliche Betriebe und Flächenbewirtschafter weiterarbeiten, wenn die Tragfähigkeit des Bodens abnimmt?

Paludikultur erfordert deshalb nicht nur andere Kulturen und neue Absatzmärkte, sondern auch angepasste Maschinen und Arbeitsverfahren.

Vier wichtige Moorregionen in Niedersachsen

Im Projekt MoWa – Moornutzung im Wandel untersucht die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, wie sich die Bewirtschaftung von Moorböden in Richtung einer klimaschonenderen und moorerhaltenden Nutzung entwickeln kann.

Dabei stehen vier unterschiedliche Regionen im Fokus:

  • Geesteniederung im Landkreis Cuxhaven;
  • Gnarrenburger Moor und nördliches Teufelsmoor;
  • Ipweger Moor und Jader Kreuzmoor;
  • Bourtanger Moor im Emsland und in der Grafschaft Bentheim.

Die Gebiete unterscheiden sich deutlich voneinander. In Cuxhaven, Gnarrenburg und Wesermarsch spielen beispielsweise Milchviehhaltung und Dauergrünland eine große Rolle. Im Bourtanger Moor gibt es dagegen mehr intensiven Ackerbau, unter anderem Kartoffelanbau.

Das bedeutet auch, dass es nicht die eine technische Lösung für alle Moorstandorte gibt.

Cuxhaven: Entwicklung von Paludikultur und Rohrkolben

Der Landkreis Cuxhaven gehört zu den Regionen, in denen Paludikultur bereits konkret entwickelt wird.

Im Projekt RoNNi werden größere Rohrkolbenkulturen in Cuxhaven und im Emsland aufgebaut. Pro Standort geht es um Versuchs- und Demonstrationsflächen von etwa 5 bis 10 Hektar.

Dabei wird nicht nur die Kultur selbst untersucht. Das Projekt betrachtet die gesamte Wertschöpfungskette: von Anbau und Ernte bis zur Verarbeitung, beispielsweise zu Baustoffen und torffreien Substraten.

Wenn solche Anwendungen weiter wachsen, steigt auch der Bedarf an zuverlässiger Technik für Ernte und Transport.

Wesermarsch: Landwirtschaft auf großen Moorflächen

Auch die Wesermarsch wurde als Leuchtturmregion ausgewählt.

In dieser Region liegt unter anderem das Ipweger Moor. Dort arbeiten viele landwirtschaftliche Betriebe mit Dauergrünland und Milchviehhaltung. In Projekten wie MoWa wird untersucht, wie diese Betriebe auf eine moorschonendere Bewirtschaftung umstellen können.

Bei höheren Wasserständen wird der Einsatz konventioneller Traktoren und Transportfahrzeuge zunehmend schwieriger.

Themen wie Bodendruck, Befahrbarkeit, Mahd und Transport werden dadurch unmittelbar relevant.

Gnarrenburg und Rotenburg

Das Gnarrenburger Moor und das nördliche Teufelsmoor bilden eine weitere wichtig

Gnarrenburg wurde inzwischen als eine der drei Leuchtturmregionen in Niedersachsen ausgewählt. Auch hier geht es um eine umfassendere Umstellung landwirtschaftlich genutzter Moorflächen auf klimaschonendere Nutzungsformen.

Die Herausforderung besteht dabei nicht nur darin, den Wasserstand anzuheben.

Die Flächen müssen anschließend weiterhin bewirtschaftet werden können. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet das, dass Maschinen, Anbaugeräte und Logistik an die neuen Bedingungen angepasst werden müssen.

Emsland und Bourtanger Moor

Auch das Emsland ist für die Entwicklung der Paludikultur von Bedeutung.

Das Bourtanger Moor unterscheidet sich von vielen anderen Moorregionen dadurch, dass dort vergleichsweise viel Ackerbau betrieben wird. Im Rahmen von RoNNi wird auch im Landkreis Emsland an größeren Rohrkolbenkulturen gearbeitet.

Dadurch kann hier ein anderer Bedarf an Maschinen entstehen als auf nassem Grünland.

Mögliche Anwendungen sind zum Beispiel:

  • Anlage und Pflege der Kulturen;
  • Ernte von Biomasse;
  • Transport des Ernteguts;
  • Einsatz von Anbaugeräten auf weichen Böden.

Neue Kulturen brauchen neue Technik

Paludikultur kann sehr unterschiedliche Formen annehmen.

In Niedersachsen wird unter anderem mit folgenden Kulturen und Nutzungsformen gearbeitet und geforscht:

  • Rohrkolben;
  • Schilf;
  • Rohrglanzgras;
  • Nassgrünland;
  • weitere Biomasse aus nassen landwirtschaftlichen Flächen.

Diese Rohstoffe können später unter anderem in Baustoffen, Papier, Karton, Substraten und weiteren biobasierten Produkten eingesetzt werden.

Damit eine solche Wertschöpfungskette wirtschaftlich funktionieren kann, muss das Material jedoch zuverlässig von der Fläche geerntet und abtransportiert werden.

Dadurch werden Ernte- und Transporttechnik zu einem zentralen Bestandteil der weiteren Entwicklung.

Spezialtechnik für nasse Moorböden

Auf wenig tragfähigen Böden sind andere Eigenschaften entscheidend als bei konventionellen Landmaschinen.

Dazu gehören unter anderem:

  • geringer Bodendruck;
  • große Aufstandsfläche;
  • ausreichende Traktion;
  • geringe Spurbildung;
  • ausgewogene Gewichtsverteilung;
  • flexible Aufbaumöglichkeiten;
  • Einsatz mit unterschiedlichen Anbaugeräten.

Raupentechnik kann dabei eine wichtige Rolle spielen.

Wellink Equipment entwickelt und liefert Maschinen für Arbeiten auf nassen, weichen und schwer zugänglichen Flächen.

Wellink Chaser

Der Wellink Chaser wurde für Einsätze entwickelt, bei denen konventionelle Radfahrzeuge schnell an die Grenzen der Bodentragfähigkeit kommen.

Durch das Raupenfahrwerk wird das Gewicht auf eine größere Fläche verteilt.

Je nach Konfiguration und Anwendung kann der Chaser unter anderem eingesetzt werden für:

  • Transport von Biomasse;
  • Zu- und Abtransport von Materialien;
  • Unterstützung bei Erntearbeiten;
  • Flächen- und Landschaftspflege;
  • Arbeiten auf nassen und weichen Böden.

Wellink Chaser ansehen

Nicht nur die Maschine, sondern der gesamte Arbeitsprozess

Paludikultur befindet sich weiterhin in Entwicklung.

Deshalb reicht es nicht aus, nur eine Standardmaschine auszuwählen.

Bei der Wahl der Technik spielen unter anderem folgende Faktoren eine Rolle:

  • Wasserstand;
  • Bodenart;
  • Welche Tragfähigkeit ist vorhanden?
  • Erntegut;
  • Wie soll geerntet werden?
  • Flächengröße;
  • benötigte Leistung;
  • vorhandene Anbaugeräte.

Wellink verfügt über eine eigene Engineering-Abteilung und kann Maschinen und Aufbauten an spezielle Anwendungen anpassen.

Dadurch kann gemeinsam mit Anwendern der gesamte Arbeitsprozess betrachtet werden: von der Arbeit auf der Fläche bis zum Abtransport des Ernteguts.

Deutsche Förderung unterstützt auch Spezialtechnik

Die Entwicklungen in Niedersachsen werden durch die neue deutsche Förderrichtlinie Palu unterstützt. Förderrichtlinie Palu.

Die Richtlinie fördert die Wiedervernässung land- und forstwirtschaftlich genutzter Moorböden sowie deren weitere Nutzung bei höheren Wasserständen.

Im Rahmen von Fördermodul 4.A können land- und forstwirtschaftliche Betriebe, die die betreffenden Flächen bewirtschaften, unter bestimmten Voraussetzungen Förderung für die Anschaffung von Spezialmaschinen und Ausrüstung oder für die Anpassung bestehender Technik an nasse Einsatzbedingungen beantragen.

Die aktuelle Förderrichtlinie läuft bis Ende 2029.

Mehr über die Förderung von Spezialtechnik für Paludikultur erfahren

Vom Pilotprojekt zur praktischen Anwendung

Die Entwicklungen in Niedersachsen zeigen, dass sich Paludikultur zunehmend von Forschung und Pilotprojekten in Richtung praktischer Anwendung bewegt.

Mit großen Leuchtturmregionen in Cuxhaven, Wesermarsch und Gnarrenburg, bestehenden Rohrkolbenprojekten und neuen wirtschaftlichen Nutzungskonzepten entsteht die nächste Herausforderung:

Wie lässt sich nasse Landwirtschaft technisch in größerem Maßstab umsetzen?

Maschinen für Pflege, Ernte und Transport werden damit zu einem wichtigen Bestandteil der weiteren Entwicklung.

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Wellink denkt mit bei Technik für Paludikultur, nasse Landwirtschaft und Arbeiten auf wenig tragfähigen Böden.

Von Raupentechnik und Transport bis zu individuellen Lösungen aus der eigenen Engineering-Abteilung.

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